Im traditionellen Projektmanagement stehen Projektmanagern viele verschiedene Arten von Methoden zur Verfügung. Es gibt agiles Projektmanagement, Kanban-Projektmanagement, Scrum und viele weitere iterative Prozesse, die Sie verwenden können.
Aber was ist, wenn Ihr Projekt einen linearen Ansatz erfordert? Die Wasserfallmethode ist eine lineare Projektmanagement-Methode, die Ihnen und Ihrem Team helfen kann, Ihre gemeinsamen Ziele zu erreichen – eine Aufgabe oder einen Meilenstein nach dem anderen.
Testen Sie Asana für das ProjektmanagementDas Wasserfallmodell (englisch: waterfall model) ist eine sequenzielle Projektmanagement-Methode, bei der ein Projekt in klar abgegrenzte Phasen mit definierten Start- und Endpunkten unterteilt wird. Jede Phase wird vollständig abgeschlossen, bevor die nächste beginnt; ein Rücksprung ist nicht vorgesehen. Dieser lineare Ansatz eignet sich besonders für Projekte mit stabilen Anforderungen und klar definierten Ergebnissen.
Dieser Projektmanagement-Ansatz gehört zu den klassischen Vorgehensmodellen und stammt ursprünglich aus der Fertigungs- und Baubranche, wo jeder Meilenstein abgeschlossen sein muss, bevor der Produktionsprozess weitergehen kann. Man kann zum Beispiel nicht die Wände eines Hauses bauen, wenn das Fundament noch nicht steht.
Inzwischen wird das Wasserfallmodell in vielen Branchen eingesetzt, von der Softwareentwicklung bis zur Medizintechnik. So könnte ein typisches Wasserfallprojekt aussehen:
Das Wasserfallmodell wird häufig in Form eines Flowcharts oder eines Gantt-Diagramms dargestellt. Der Name „Wasserfall" kommt daher, dass jede Aufgabe kaskadenartig in den nächsten Schritt übergeht. In einem Gantt-Diagramm können Sie sehen, wie jede Phase in die nächste Phase „fällt".
Die Ursprünge des Begriffs „Wasserfallmodell" lassen sich nicht eindeutig zurückverfolgen. Dr. Winston Royce skizzierte 1970 ein sequenzielles Entwicklungsmodell, kritisierte dessen praktische Anwendbarkeit jedoch als riskant. Der Begriff „Wasserfallmodell" selbst wurde erstmals 1976 in einem Fachartikel verwendet, der Royce als Begründer der Methode nannte.
Obwohl er das Wort "Wasserfall" nie so verwendet hat, wurde der Begriff so übernommen. Zum ersten Mal wurde das "Wasserfallmodell" in einem Artikel von 1976 erwähnt, dort wurde auch Royce als Begründer dieser Methode genannt.
Jedes Team kann Projektmanagement nach dem Wasserfallprinzip anwenden, aber am besten eignet sich diese Methode für Prozesse mit aufeinanderfolgenden Phasen. Wenn die Aufgaben in Ihrem Projekt gleichzeitig erledigt werden können, sollten Sie ein anderes Framework ausprobieren, z. B. die Agile-Methode.
Wenn Sie mit dem Projektmanagement nach dem diesem Vorgehensmodell beginnen möchten, sollten Sie diese sechs Schritte befolgen:
In der ersten Phase sammelt das Team so viele Informationen wie möglich, um das Projekt erfolgreich zu gestalten. Da beim Wasserfallmodell jede Aufgabe von den vorhergehenden Schritten abhängt, ist gründliches Vorausdenken entscheidend; oft fließt ein Großteil des Projektzeitplans in diese Planungsphase.
Damit die Wasserfall-Methode für Sie funktioniert, sollten Sie einen detaillierten Projektplan erstellen, in dem jede Phase des Projekts erläutert wird. Dazu gehört auch, welche Ressourcen benötigt werden und welche Teammitglieder am Projekt beteiligt sind. Dieses Dokument wird üblicherweise als Projektanforderungsdokument bezeichnet.
Am Ende der Anforderungsphase sollten Sie einen sehr klaren Überblick über das komplette Projekt haben. Die verschiedenen Punkte sollten dabei in einem Lastenheft dokumentiert und niedergeschrieben werden. Dazu gehören:
Alle Prozessphasen
Wer an jeder Phase arbeitet
Wichtige Abhängigkeiten
Benötigte Ressourcen
Eine Zeitleiste, die angibt, wie lange jede einzelne Phase dauern wird
In einem Softwareprojekt meint die Systemdesignphase nicht das visuelle Design, sondern welche Hardware das Team verwenden wird, sowie weitere detaillierte Informationen wie Programmiersprachen und Benutzeroberfläche.
Die Systemdesignphase besteht aus zwei Schritten: der High-Level-Designphase und der Low-Level-Designphase. In der High-Level-Designphase entwickelt das Team die Grundlagen dafür, wie die Software funktionieren wird und wie auf die Informationen zugegriffen wird. In der Low-Level-Designphase entwickelt das Team die spezifischeren Teile der Software. Man kann sagen, dass die High-Level-Designphase das Skelett des Projekts bildet und die Low-Level-Designphase die Organe darstellt.
Teammitglieder, die mit der Wasserfall-Methode entwickeln, sollten jeden Schritt dokumentieren, damit das Team im Laufe des Projekts auf die durchgeführten Schritte zurückkommen kann.
In dieser Phase vom Wasserfallmodell wird alles in die Tat umgesetzt. Auf der Grundlage des Anforderungsdokuments aus Schritt eins und des Systemdesignprozesses aus Schritt zwei beginnt das Team mit dem vollständigen Entwicklungsprozess, um die Software so zu erstellen, wie sie in der Anforderungsphase und der Systemdesignphase entworfen wurde.
Das ist die Phase, in der das Entwicklungsteam das Projekt an das Qualitätssicherungsteam übergibt. Die Tester suchen nach Bugs oder Fehlern, die behoben werden müssen, bevor das Projekt in Betrieb genommen wird.
Die Tester sollten alle Probleme, die sie bei der Qualitätskontrolle finden, klar dokumentieren. Falls ein anderer Entwickler auf einen ähnlichen Fehler stößt, kann er auf die frühere Dokumentation zurückgreifen, um das Problem zu beheben.
Bei Entwicklungsprojekten ist dies die Phase, in der die Software für den Endnutzer bereitgestellt wird. In anderen Branchen ist dies der Zeitpunkt, an dem das endgültige Ergebnis auf den Markt gebracht und an die Endkunden ausgeliefert wird.
Nach der Bereitstellung eines Projekts kann es vorkommen, dass ein neuer Fehler entdeckt oder eine Softwareaktualisierung erforderlich wird. Das wird als Wartungsphase bezeichnet, und in der Softwareentwicklung ist es üblich, kontinuierlich an dieser Phase zu arbeiten.
Das Wasserfallmodell ermöglicht gründliche Planung und detaillierte Dokumentation, ist aber nicht für jedes Projekt geeignet. Diese Methode ist besonders dann sinnvoll, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:
Eine der Stärken des Wasserfallansatzes ist es, dass er einen klaren Weg von Punkt A zu Punkt B ermöglicht. Wenn Sie unsicher sind, was Punkt B eigentlich ist, ist ihr Projekt mit einer iterativen Form des Projektmanagements wie dem Agile-Ansatz wahrscheinlich besser aufgestellt.
Projekte mit einem leicht zu definierenden Ziel sind gut für die Wasserfallmethode geeignet, da die Projektmanager vom Ziel aus rückwärts arbeiten können, um einen klaren und detaillierten Pfad mit allen nötigen Anforderungen zu erstellen. Hier ist auch die Unterteilung des Projekts in die Wasserfallmodell Phasen sinnvoll.
Das Wasserfallmodell wird vor allem bei Projekten angewendet, bei denen sich die Anforderungen und Abläufe bereits in der Planungsphase sehr detailliert beschreiben lassen. Zudem eignet sich das Modell bei kleinen und linearen Projekten hervorragend, bei denen sich Annahmen zu den Anforderungen im besten Falle während des Projektablaufs mit nur geringer Wahrscheinlichkeit ändern.
Wenn Ihr Projekt keine Budget- oder Zeitbeschränkungen hat, können die Teammitglieder so viel Zeit wie möglich in der Anforderungs- und Systemdesignphase verbringen. Sie können die Anforderungen des Projekts so lange verändern und anpassen, bis sie einen gut durchdachten und definierten Projektplan haben.
Beim Wasserfallmodell muss fast jeder Prozessschritt dokumentiert werden. Das erleichtert es, Projekte für neue Teammitglieder zu reproduzieren und standardisierte Abläufe für ähnliche Vorhaben zu schaffen.
Neben der klaren Projektstruktur bietet das Wasserfallmodell handfeste operative Vorteile für Ihr Team.
Wenn Sie Projektmanagement nach dem Wasserfallprinzip betreiben, müssen Sie jeden einzelnen Schritt dokumentieren. Das ist ein klarer Vorteil: Wenn Ihr Team Abläufe zurückverfolgen muss, lassen sich Fehler deutlich schneller identifizieren.
Bei dem Wasserfallmodell werden bereits bei Projektbeginn die verschiedenen Phasen und der jeweilige Arbeitsaufwand definiert. Da keine Iterationen vorgesehen sind, ist es ziemlich einfach, diesen Arbeitsumfang einzuschätzen.
Wenn Sie ein Wasserfallprojekt in einem Gantt-Diagramm darstellen, können Sie den Projektfortschritt leicht nachverfolgen. Die Zeitleiste selbst dient als Fortschrittsbalken, so dass immer klar ist, in welchem Stadium sich ein Projekt befindet.
Da die Wasserfallmethode einen hohen Planungsaufwand in der Anforderungs- und Entwurfsphase erfordert, ist es für alle wichtigen Beteiligten einfach abzuschätzen, wie viel Zeit ihr jeweiliger Teil des Wasserfallprozesses in Anspruch nehmen wird.
Das Wasserfallmodell ist aber nicht für jedes Projekt geeignet. Insbesondere folgende Nachteile des Wasserfallmodells sollten Sie im Blick behalten.
Die Wasserfallmethode ist von Haus aus linear. Wenn es also ein Problem gibt oder sich eine Aufgabe verzögert, verschiebt sich die gesamte Zeitleiste. Wenn beispielsweise ein Drittanbieter ein bestimmtes Teil verspätet an das Fertigungsteam schickt, muss der gesamte Prozess unterbrochen werden, bis dieses eine Teil eingetroffen ist.
Eine der größten Herausforderungen der Wasserfallmethode ist die Schwierigkeit, zu einer einmal abgeschlossenen Phase zurückzukehren. Wenn jemand zum Beispiel bereits die Wände eines Hauses streicht, kann man schwer einen Rücksprung machen und eines der Zimmer vergrößern.
Zudem kann es schwer sein, mit dem Wasserfallmodell komplexe Projekte zu managen. Befinden sich mehrere Aufgaben gleichzeitig in einer wichtigen Entwicklungsphase, ist es schwierig, einen linearen Ablauf festzulegen.
Im Vergleich zu iterativen Methoden wie Kanban und Agile findet die Qualitätssicherung beim Wasserfallmodell erst spät im Prozess statt. Fehler, die in frühen Phasen entstehen, lassen sich daher nur mit erheblichem Aufwand korrigieren.
Die Wahl zwischen Wasserfall und agilen Methoden hängt von den spezifischen Anforderungen Ihres Projekts ab. Während das Wasserfallmodell auf eine lineare, sequenzielle Abfolge setzt, arbeiten agile Ansätze iterativ und flexibel.
Kriterium | Wasserfallmodell | Agile Methoden |
Projektstruktur | Sequenziell, klar definierte Phasen | Iterativ, flexible Sprints |
Anforderungen | Zu Beginn vollständig festgelegt | Entwickeln sich während des Projekts |
Kundenfeedback | Erst nach Projektabschluss | Kontinuierlich nach jedem Sprint |
Änderungsmanagement | Änderungen sind aufwendig und kostspielig | Änderungen sind jederzeit möglich |
Dokumentation | Umfangreich und detailliert | Schlank und bedarfsorientiert |
Risikomanagement | Risiken werden früh identifiziert | Risiken werden iterativ adressiert |
Das Wasserfallmodell ist ideal, wenn Anforderungen stabil sind, regulatorische Vorgaben eine lückenlose Dokumentation erfordern oder das Projektergebnis klar definiert ist, etwa bei Bauprojekten oder der Entwicklung medizinischer Geräte. Agile Methoden eignen sich hingegen für Projekte mit sich ändernden Anforderungen, bei denen schnelles Kundenfeedback entscheidend ist.
In der Praxis setzen viele Unternehmen auf hybride Modelle, die Elemente beider Methoden kombinieren. So können Sie beispielsweise die Planungs- und Anforderungsphase nach dem Wasserfallmodell strukturieren, während die Implementierung agil in Sprints erfolgt. Dieser Ansatz verbindet die Planungssicherheit des Wasserfallmodells mit der Flexibilität agiler Methoden.
Kostenlose Vorlage für die Sprint-PlanungMit den folgenden bewährten Vorgehensweisen stellen Sie sicher, dass Ihr Wasserfallprojekt effizient und erfolgreich verläuft.
Investieren Sie ausreichend Zeit in die Anforderungsanalyse. Beziehen Sie alle Stakeholder frühzeitig ein und halten Sie sämtliche Anforderungen schriftlich fest. Je präziser die Anforderungen zu Beginn definiert sind, desto geringer ist das Risiko kostspieliger Änderungen in späteren Phasen.
Definieren Sie klare Meilensteine am Ende jeder Phase. Nutzen Sie formale Reviews und Abnahmen als Quality Gates, bevor Sie in die nächste Phase übergehen. So erkennen Sie Abweichungen frühzeitig und können gegensteuern.
Stride zeigt, wie strukturierte Prozesse in der Praxis zum Erfolg führen: Durch den Einsatz klar definierter Workflows in Asana konnte das Unternehmen sein Wachstum gezielt steuern. Lesen Sie die Fallstudie von Stride. Erfahren Sie, wie Asana AI Studio Ihre Projektmanagement-Workflows unterstützen kann: Kostenlose Demo anfordern.
Identifizieren Sie potenzielle Risiken bereits in der Planungsphase und entwickeln Sie Gegenmaßnahmen. Da Änderungen im Wasserfallmodell mit fortschreitendem Projektverlauf immer aufwendiger werden, ist eine vorausschauende Risikoanalyse besonders wichtig.
Nutzen Sie Projektmanagement-Software, um Aufgaben, Abhängigkeiten und Zeitpläne transparent zu verwalten. Automatisierte Statusberichte und Gantt-Diagramme helfen Ihnen, den Überblick über den Projektfortschritt zu behalten. Erstellen Sie dafür einen Projektablaufplan, der alle Phasen und Meilensteine übersichtlich darstellt.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt das Beispiel von KW Automotive: Das deutsche Unternehmen hat seine globalen Workflows mit Asana zentralisiert und konnte so sein Wachstum deutlich beschleunigen. Lesen Sie die vollständige Fallstudie von KW Automotive. Möchten auch Sie Ihre Projektmanagement-Prozesse optimieren? Testen Sie Asana AI Studio in einer kostenlosen Demo.
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In der klassischen Softwareentwicklung kommt das Wasserfallmodell zum Einsatz, wenn die Anforderungen vor Projektstart vollständig bekannt sind, etwa bei der Migration bestehender Systeme oder der Entwicklung von Embedded Software. In Projekten mit sich ändernden Nutzerbedürfnissen wird es zunehmend durch agile Methoden ergänzt oder ersetzt.
Im Bauwesen und in der Fertigung ist das Wasserfallmodell nach wie vor der Standard. Da physische Produkte und Bauwerke nicht einfach iterativ angepasst werden können, ist eine sequenzielle Planung, von der Entwurfsphase über die Genehmigung bis zur Umsetzung, unverzichtbar.
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In Branchen mit strengen regulatorischen Anforderungen, wie der Pharmaindustrie, der Medizintechnik oder der Luft- und Raumfahrt, bietet das Wasserfallmodell klare Vorteile. Die lückenlose Dokumentation jeder Phase erleichtert die Einhaltung von Compliance-Vorgaben und die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen bei Audits.
Das Wasserfallmodell mit seinem streng linearen Ablauf kann bei kleinen Projekten nützlich sein, stößt aber bei komplexeren Aufgabenstellungen an seine Grenzen.
Daher macht es Sinn, sich andere Alternativen anzusehen. Dabei gibt es zum Beispiel das V-Modell. Dieses Modell gilt als eine Weiterentwicklung des Wasserfallmodells, mit dem Unterschied, dass parallel zu allen Phasen eine Testphase durchgeführt wird.
Damit lassen sich Fehler früher erkennen und schneller korrigieren. Doch auch das V-Modell ist nicht unbedingt für komplexe Projekte geeignet. Deshalb empfehlen sich hier agile Methoden. Einen umfassenden Vergleich aller gängigen Ansätze finden Sie in unserem Überblick über Wasserfall, Agile, Kanban und Scrum.
Das Wasserfallmodell überzeugt durch klare Struktur, planbare Meilensteine und lückenlose Dokumentation; vorausgesetzt, Sie nutzen die richtigen Werkzeuge. Mit Asana planen Sie jede Phase Ihres Wasserfallprojekts übersichtlich, weisen Aufgaben zu und behalten Abhängigkeiten und Fristen im Blick. Dank der 30 vorintegrierten AI Teammates können Sie zudem Routineaufgaben in Marketing, IT und Operations automatisieren und sich auf die strategische Steuerung Ihres Projekts konzentrieren, während Enterprise-grade Sicherheits- und Zugriffskontrollen den Schutz Ihrer Daten gewährleisten. Jetzt starten und Ihr nächstes Projekt effizient zum Abschluss bringen.
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