Jedes Projekt beginnt mit einer Idee, doch der Wunsch allein reicht nicht aus. Um ein Projekt auf die Beine zu stellen, müssen Teams den Entscheidungsträgern zunächst einen überzeugenden Antrag vorlegen.
Ein Projektantrag ist wie ein schriftlicher Elevator Pitch. Sein Zweck ist es, Ihr Projekt in einer komprimierten, aber effizienten Weise zu präsentieren. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie einen Projektantrag so schreiben, dass er genehmigt wird und Sie Ihr Projekt erfolgreich durchführen können.
Ein Projektantrag ist ein formelles Dokument, das ein geplantes Projekt gegenüber Entscheidungsträgern beschreibt und begründet. Er enthält alle wesentlichen Informationen wie Zeitplan, Budget und Ziele. Ziel des Projektantrags ist es, die Beteiligten von der Durchführung des Projekts zu überzeugen.
Dies sind die Ziele Ihres Projektantrags:
Finanzierung sichern: Externe Mittel für Ihr Projekt einwerben
Ressourcen zuweisen: Unternehmensressourcen für Ihr Projekt erhalten
Zustimmung gewinnen: Die Beteiligten von Ihrem Projekt überzeugen
Begeisterung schaffen: Fahrt aufnehmen und das Team motivieren
Projektanträge und Projektchartas dienen unterschiedlichen Zwecken im Prozess der Projekterstellung. Es ist wichtig, den Unterschied zwischen den beiden zu verstehen. Während ein Projektantrag in der Initiierungsphase des Projekts erstellt wird, wird die Projektcharta in der Planungsphase erstellt.
Wie bereits erwähnt, ist ein Projektantrag ein aussagekräftiges Dokument, das die Beteiligten vom Sinn des Projekts überzeugen soll. Eine Projektcharta ist ein Referenzdokument, das die Projektziele festlegt und erst erstellt werden kann, wenn der Projektantrag angenommen wurde.
Viele verwechseln den Business Case auch mit dem Projektantrag, aber auch der Business Case folgt auf den Antrag. Erst wenn das Projekt angenommen wurde, kann ein Business Case dazu dienen, zusätzliche Mittel für das Projekt zu sichern. Mit KI-gestützten Tools wie dem Asana AI Teammate „Business-Case-Ersteller" lassen sich ROI-gestützte Business Cases heute deutlich schneller erstellen, sodass Sie die Finanzierung ohne manuelle Modellierung sichern können.
Projektantrag | Projektcharta | Business Case | |
Phase | Initiierung | Planung | Nach Genehmigung |
Zweck | Stakeholder überzeugen | Projektziele festlegen | Zusätzliche Mittel sichern |
Zeitpunkt | Vor Projektstart | Nach Genehmigung | Nach Genehmigung |
Es gibt sechs Arten von Anträgen, die Ihnen als Projektmanager begegnen können. Die Kenntnis dieser verschiedenen Formate kann beim Verfassen Ihres Antrags sehr nützlich sein, denn jeder Antrag dient einem bestimmten Zweck.
Angefordert: Sie senden Angebote als Antwort auf eine Ausschreibung (Request for Proposal, RFP). In einem RFP wird ein Projekt detailliert ausgeschrieben und es werden Angebote von qualifizierten Teams eingeholt. Da Sie bei dieser Art von Angeboten mit anderen Unternehmen konkurrieren, müssen Sie gründlich recherchieren und überzeugende Argumente liefern.
Unaufgefordert: Sie verschicken unaufgefordert Angebote ohne Ausschreibung, d. h. niemand hat Sie um ein Angebot gebeten. In diesem Fall treten Sie nicht gegen andere Unternehmen oder Teams an, aber Sie müssen trotzdem überzeugend sein. Denn Sie wissen nicht, ob der Interessenträger, bei dem Sie Ihr Angebot einreichen, Ihre Dienste auch wirklich braucht.
Informell: Es kann sein, dass Ihnen ein Kunde eine informelle Anfrage für einen Projektvorschlag schickt und Sie daraufhin Ihren Projektantrag als Angebot unterbreiten. Da es sich hierbei nicht um eine offizielle Ausschreibung handelt, sind die Regeln weniger spezifisch.
Vertragserneuerung: Sie senden Erneuerungsangebote an bestehende Kunden in der Hoffnung, dass diese ihre Dienste mithilfe Ihres Unternehmens weiterführen werden. Bei dieser Art von Projektantrag besteht das Ziel darin, die bisherigen Ergebnisse, die Ihr Team für den Kunden erzielt hat, hervorzuheben und ihn davon zu überzeugen, dass Sie auch in Zukunft erfolgreiche Arbeit leisten können.
Verlängerung: Sie senden einem Auftraggeber zur Erinnerung eine Verlängerungsmitteilung, um ihn über den Fortgang des Projekts zu informieren. In diesem Projektantrag stellen Sie lediglich Informationen über das Projekt bereit, anstatt den Auftraggeber von dem Projekt überzeugen zu wollen.
Ergänzungsantrag: Ähnlich wie bei einem Verlängerungsantrag senden Sie einen Ergänzungsantrag an jemanden, der bereits an Ihrem Projekt mitwirkt. Bei dieser Art von Antrag informieren Sie darüber, dass das Projekt beginnt, und bitten gleichzeitig um zusätzliche Ressourcen. Sie sollten den Auftraggeber in diesem Antrag davon überzeugen, sich durch weitere Mittel stärker an dem Projekt zu beteiligen.
Sprache und Inhalt Ihres Projektantrags hängen von der Art des Antrags ab, den Sie einreichen. Wenn Sie Ihre Projektziele formulieren, können Sie Ihr Angebot entsprechend anpassen.
Lesenswert: Proof of Concept (POC) – so demonstrieren Sie MachbarkeitDiese Schritt-für-Schritt-Anleitung lässt sich auf die meisten Projektanträge anwenden, unabhängig von ihrer Art. Sie sollten Ihren Antrag zwar an die jeweilige Zielgruppe anpassen, aber diese Gliederung kann Ihnen als Referenz dienen, um sicherzustellen, dass Sie keine wichtigen Komponenten übersehen.
Das Executive Summary dient als Einleitung zu Ihrem Projektantrag. Es fasst die wichtigsten Punkte zusammen und soll die Beteiligten dazu anhalten, weiterzulesen. Je nach Komplexität kann es einen oder mehrere Absätze umfassen.
Ihr Executive Summary sollte Folgendes enthalten:
Das Problem, das Ihr Projekt lösen soll
Die Lösung, die Ihr Projekt für dieses Problem bietet
Die Auswirkungen, die Ihr Projekt haben wird
Sie sollten diese Punkte in Ihrer Zusammenfassung nur knapp anreißen, da Sie später in Ihrem Antrag ausführlicher darauf eingehen werden.
In diesem Abschnitt gehen Sie auf den Hintergrund des Projekts ein. Überzeugen Sie den Leser mit Referenzen und Statistiken davon, dass das von Ihnen beschriebene Problem relevant ist. Eine klare Projektmanagement-Phase hilft dabei, den richtigen Kontext zu setzen.
Einige Fragen, die Sie einbeziehen sollten, sind:
Auf welches Problem zielt Ihr Projekt ab?
Was ist bereits über dieses Problem bekannt?
Wer hat sich bereits mit diesem Problem befasst bzw. welche Erfahrungen und Erkenntnisse gibt es?
Warum sind die bisherigen Erkenntnisse unzureichend, um dieses Problem zu lösen?
In diesem Abschnitt können Sie auch darlegen, inwiefern das Problem, das Sie zu lösen suchen, in einem unmittelbaren Zusammenhang mit Ihrem Unternehmen steht.
Nachdem Sie das Problem beschrieben haben, präsentieren Sie im nächsten Schritt Ihre Lösung. In diesem Abschnitt skizzieren Sie Ihren Projektansatz im Detail.
Dazu gehören unter anderem folgende Punkte:
Ihr Vision Statement für das Projekt
Ihr Projektzeitplan, einschließlich wichtiger Meilensteine
Die Rollen und Verantwortlichkeiten des Projektteams
Ein Risikoregister, aus dem hervorgeht, wie Sie das Risiko minimieren werden
Tools zur Berichterstattung, die Sie während des Projekts verwenden werden
Nicht alle Punkte müssen in jedem Antrag enthalten sein. Entscheiden Sie auf Basis des Projektumfangs, welche Informationen relevant sind. Dieser Abschnitt wird in der Regel der längste und detaillierteste Teil Ihres Antrags sein. Dabei können KI-gestützte Assistenten wie der Asana AI Teammate „Ersteller von Statusberichten" Projekt-Updates automatisch in Berichte umwandeln, die für Führungskräfte geeignet sind, sodass alle Beteiligten stets auf dem gleichen Stand bleiben.
Testen Sie Asana für das ProjektmanagementDie Definition Ihrer Projektergebnisse ist ein wesentlicher Schritt bei der Erstellung Ihres Projektantrags. Ressourcengeber wollen wissen, was am Ende des Projekts konkret erreicht wird, ob ein Produkt, ein Programm oder eine technische Verbesserung. Dieser Abschnitt zeigt den Beteiligten, wofür ihre Ressourcen eingesetzt werden.
Bei der Festlegung der zu erbringenden Ergebnisse sollten Sie Folgendes mit einbeziehen:
Das Endprodukt oder Endergebnis Ihres Projekts
Einen Projektzeitplan, aus dem hervorgeht, wann die Ergebnisse erreicht werden können
SMARTe Ziele, die auf die von Ihnen zu erbringenden Ergebnisse abgestimmt sind
Es ist zwar wichtig, das Problem und die Lösung für Ihr Projekt darzustellen, aber für die Geldgeber ist es oft einfacher, die Sinnhaftigkeit des Projekts zu verstehen, wenn Sie die zu erbringenden Ergebnisse klar definieren können.
Nachdem Sie nun das Problem, die Vorgehensweise, die Lösung und die zu erbringenden Ergebnisse dargelegt haben, können Sie detailliert auf die Ressourcen eingehen, die Sie für die Durchführung Ihrer Initiative benötigen.
In diesem Abschnitt sind folgende Punkte enthalten:
Projektbudget: Das Projektbudget umfasst alle Posten, von den Materialien, die Sie für die Herstellung eines Produkts benötigen, bis hin zu eventuellen Anzeigenpreisen und den Gehältern des Teams. Hier sollten Sie alle absehbaren Budgetposten angeben, die Sie für die Durchführung des Projekts benötigen werden. Ein systematisches Kostenmanagement hilft Ihnen dabei, den Überblick zu behalten.
Aufschlüsselung der Kosten: In diesem Abschnitt sollten Sie die Gründe für den Bedarf an bestimmten Ressourcen für Ihr Projekt recherchieren. Auf diese Weise können die Ressourcengeber nachvollziehen, wofür ihr finanzieller Beitrag verwendet wird. Diese Aufschlüsselung kann Ihnen auch dabei helfen, unerwartete Kosten zu minimieren.
Plan für die Ressourcenverteilung: Sie sollten einen Überblick über Ihren Plan für die Verteilung von Ressourcen geben, aus dem hervorgeht, wofür Sie die benötigten Mittel einsetzen wollen. Wenn Sie z. B. ermitteln, dass Sie 50.000 Dollar für die Durchführung des Projekts benötigen, planen Sie, dieses Geld für Gehälter, Technologie, Materialien usw. zu verwenden.
Zu diesem Zeitpunkt haben Sie die Beteiligten hoffentlich schon davon überzeugt, dass sie Ihr Projekt unterstützen werden. Nun wäre es ein kluger strategischer Schachzug, die erforderlichen Ressourcen erst am Ende des Dokuments darzulegen.
Bringen Sie Ihren Projektantrag mit einer überzeugenden Schlussfolgerung auf den Punkt. Fassen Sie das Problem und Ihre Lösung kurz zusammen und heben Sie die erwarteten Auswirkungen hervor. Beschränken Sie sich auf das Wesentliche, wie in einer Zusammenfassung.
Wenn Sie die oben genannten Schritte befolgen, wird Ihr Projektantrag alle nötigen Elemente enthalten. Doch wenn Sie Ihre Leserinnen und Leser wirklich begeistern und ihre Zustimmung gewinnen wollen, muss Ihr Dokument restlos überzeugen. Zusätzlich zu den oben genannten Punkten sollten Sie bei Ihrem Projektantrag auch Folgendes beachten:
Behalten Sie beim Verfassen Ihres Antrags stets Ihre Zielgruppe (d. h. die Beteiligten) im Auge. Denken Sie daran, dass das Ziel des Antrags darin besteht, Ihre Zielgruppe zu überzeugen und nicht nur Ihre Projektdetails zu präsentieren. Wenn Sie z. B. ein neues Lektoratstool für einen Kinderbuchverlag entwickeln, können Sie herausfinden, ob es sich bei Ihrer Zielgruppe um Eltern handelt, und an deren Emotionen appellieren, um sie von Ihrem Produkt zu überzeugen?
Überzeugungsarbeit ist entscheidend, denn Ihre Zielgruppe soll nach dem Lesen handeln. Heben Sie die konkreten Vorteile und positiven Auswirkungen Ihres Projekts hervor. Ohne überzeugende Argumente wird sich Ihre Zielgruppe fragen: „Warum sollte ich dieses Projekt unterstützen?"
Sie sollten Ihr Problem, Ihren Lösungsansatz und die Lösung zwar detailliert beschreiben, Ihren Projektantrag aber nicht übermäßig komplex gestalten. Das bedeutet, dass Sie den Projektplan für Ihr vorgeschlagenes Lektoratsprogramm vorstellen, ohne auch auf den Code einzugehen, mit denen Ihre Entwickler die einzelnen Funktionen letztendlich realisieren werden.
Zu einem erfolgreichen Projektantrag gehört auch eine gründliche Recherche. Sie sollten das Problem und die Lösungsansätze mit seriösen Quellen, Fallstudien, Statistiken oder Diagrammen untermauern – ein solider Budgetvorschlag kann dabei besonders überzeugend wirken, damit bei Ihrem Publikum keine offenen Fragen mehr bleiben. Versetzen Sie sich beim Schreiben Ihres Antrags in die Lage des Lesers und fragen Sie sich:
Warum genau ist das ein Problem?
Wie genau löst dieser Ansatz das Problem?
Hat sich schon einmal jemand mit diesem Problem befasst?
Wie hoch sind die Projektkosten?
Wenn Sie diese Fragen beantworten können, dann haben Sie wahrscheinlich ausreichend recherchiert, um Ihre geplante Initiative untermauern zu können.
Wie wichtig ein strukturierter Projektantrag in der Praxis ist, zeigt das Beispiel von Mammut Sports Group: Das Schweizer Unternehmen konnte mit einem zentralen Projektmanagement-Tool über 12.000 Kollaborationen pro Monat bei 100 Mitarbeitenden ermöglichen und spart so rund 20 Arbeitstage pro Mitarbeitendem im Jahr. Erfahren Sie, wie Asana AI Studio auch Ihre Projektplanung beschleunigen kann.
Ein überzeugender Projektantrag ist der erste Schritt zu einem erfolgreichen Projekt. Mit einer klaren Struktur, einer fundierten Recherche und einer überzeugenden Argumentation legen Sie den Grundstein für die Genehmigung Ihres Vorhabens.
Besonders wichtig ist es, alle Projektinformationen zentral zu organisieren. Mit einer guten Zusammenarbeit im Team und den richtigen Projektmanagement-Tools erstellen Sie nicht nur bessere Projektanträge, sondern behalten auch nach der Genehmigung den Überblick über Zeitpläne, Budgets und Verantwortlichkeiten. Nutzen Sie bewährte Methoden zur Zielsetzung, um Ihren Projekterfolg messbar zu machen.
Auch Overstock.com setzt auf zentrale Projektplanung: Jedes neue Projekt wird dort von der Ideenfindungsphase an in einem gemeinsamen System erfasst, sodass alle Beteiligten von Anfang an über laufende Arbeitsvorgänge informiert sind und Lücken in der Planung frühzeitig erkannt werden. Entdecken Sie, wie Asana AI Studio Ihren Projektantragsprozess optimieren kann.
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